Eine Woche nach unserem Umzug sind wir nach Deutschland gereist. Franz hat den Messias in St. Nicolai in Lemgo gesungen. Emma und Dorle haben ihren Papa aktiv als Sänger erlebt und nicht an der Orgel oder vor einem Chor. Für Franz war es schön, nach langer Zeit wieder bekannte Gesichter aus seiner Zeit als Assistent wiederzusehen.

Dorle bei der Probe
Emma in der Probe
Messias in Lemgo

Hier kommt ein Ausschnitt:

Der nächste musikalische Höhepunkt ließ nicht lange auf sich warten: Im Juni kam das große Chorkonzert des Projektchors, den Franz ins Leben gerufen hatte. Die Kirche war proppevoll und das Konzert war wunderschön. Auf dem Programm stand Schuberts Messe in G-Dur und Musik von John Rutter.

Es ist erstaunlich, was Franz in dieser kurzen Zeit auf die Beine gestellt hat. An einem Ort, an dem es nicht unbedingt eine klassische Chortradition gibt und auch keinen Chor vorher gab und die Leute darüber hinaus eher andere musikalische Stile gewöhnt sind. 

Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die nächsten Projekte und weiteren Pläne und bin dankbar für die Wertschätzung, die Franz bekommt. 

Chorkonzert in Tranemo

Hier folgt noch eine Kostprobe:

Heller, warmer Frühling

Der Frühling und Frühsommer ging sehr vielversprechend los. Die Mittersommersonne und die Farben des weiten Himmels haben mich oft in ihren Bann gezogen. 

Mitternachtssonne

Duftende Maiglöckchen und die aus dem langen Winterschlaf erwachende Natur. Im Juni war es super schön, sodass wir zu dem 5 Minuten mit dem Fahrrad entfernten Badesee gefahren sind, wann immer es ging.

Maiglöckchen
Badesee

Am Nationaltag waren wir bei den Feierlichkeiten des Kreises mit dabei. Es war das zweite Mal und wir hatten einige Erinnerungen an das Jahr davor, als wir gerade „frisch“ in Schweden waren. 

Nationaldag

Midsommar bei bestem Wetter

In einem Nachbardorf wurde die Midsommarstange aufgestellt, getanzt und traditionelle Musik und Tanz aufgeführt. Es ist ein echtes Familienfest, bei dem ganz unterschiedliche Leute dabei sind. Im Anschluss feiern die meisten mit Freunden oder der Familie im kleineren Kreis weiter.

Midsommar
Midsommar in Sjötofta
Dorle
Blumen pfücken für die Kränze

Das klassische Midsommaressen besteht aus Köttbullar, Prinskorv (Prinzenwürste), Jungkartoffeln (unsere waren gerade 2 Stunden frisch aus dem Boden von einem Bauernhof um die Ecke), einem quarkähnlichen Sauerrahm, frischem Dill und verschieden eingelegten Matjes. Zum Nachtisch gab es Erdbeertorte.

Midsommarmat
Erdbeertorte

Elchsafari

Woran sind die meisten deutschen Besucher interessiert (und ich auch)? Elche in freier Wildbahn zu sehen. Unsere Elchsafaris sind nicht selten auch von Erfolg gekrönt gewesen.

Elch

Besuchsmarathon und viel, viel Regen

Den Rest des Sommers hatten wir fast durchgehend Besuch. Wir haben uns sehr darüber gefreut und mit großem Enthusiamus unsere neue Heimat gezeigt, müssen aber nächstes Jahr auch einen Familienurlaub nur für uns einplanen. Der ist dieses Jahr hintenüber gefallen, da ein neuer Job von mir die Pläne durchkreuzt hat (weiter unten mehr dazu). 

Leider hatten wir viel Regen und konnten nicht so viel unternehmen, wie ich gehofft habe. Trotzdem hatten wir viele schöne Momente und haben das beste aus dem schlechten Wetter gemacht.

Familienausflug
Pfützen
Waldausflüge
Die beiden Süßen
Lesestunde
Lesestunde mit Onkel Tobi
Trampolin
Viel Freude auf unserem Trampolin
Sport mit Mama
Mama und Emma beim Sport
Jättens Grotta
Unsere Umgebung erkunden. Hier die Grotte eines Riesen
Sommerwiese
Sommerwiese
Wald
Waldausflüge mit unserem Nachbarn
Tranemo kyrka
Emma und Dorle
Oma
Toben mit Oma
Ausflug
Ausflug zur Klosterkirche in Varnhem
Schminken mit Lotte
So viel Energie und schöne Momente
Lotte
Mit Lotte Waldsteine entdecken
Baden
Baden im See - unabhängig von der Temperatur ein Erlebnis
See
Der See vor unserer Haustür
Strand und See
Spielen am See
Varberg
Ausflug nach Varberg
Boot fahren
Dorles Leidenschaften: Helm und Blaubeeren

Das Beerenpfücken darf natürlich nicht fehlen. Blaubeeren, so weit das Auge reicht. Himbeeren und Johannisbeeren. Wie im Schlaraffenland von der Hand in den Mund.

Kleine Renovierungen und große Pläne

Nach einer so langen Wartezeit endlich ins eigene Haus zu können, war ein starkes Gefühl. Mich hat eine Art Renovierungs- und Erneuerungswahn gepackt, der riesigen Spaß gemacht hat. Franz wurde davon natürlich auch angesteckt. 

Unsere Nachbarschaft ist wunderbar. Wir wechseln gerne das ein oder andere Wort miteinander, vom direkten Nachbarn bekommen wir regelmäßig seine Angelergebnisse präsentiert. Ein anderer Nachbar mäht, seitdem ich ihn nach seinem Aufsitzmäher gefragt habe, unseren Garten mit. Im Gegenzug dazu habe ich ihm einen Blaubeerkuchen gebacken und Benzin gekauft. Die andere Nachbarin nimmt unsere Wäsche von der Leine, weil es angefangen hat zu regnen und wir unterwegs waren. Als sie sich danach für die Übergriffigkeit entschuldigt hat, habe ich wieder einmal gemerkt, wie höflich und zuvorkommend hier die Menschen sind. Mein Vater und ich haben an einem Abend relativ spät noch die restlichen Bretter der Terrasse festgebohrt, wofür ich mich am nächsten Tag entschuldigt habe. Die Antwort war: „Ach, mach dir nicht so viele Sorgen. Du wohnst doch hier. Und mich hat es nicht gestört.“

Gestern wurden Solarpaneele auf dem Dach installiert, bald bauen wir einen zusätzlichen Raum in unsere Garage, die ohnehin nicht gut für Autos nutzbar ist. Es gibt noch eine ehemalige Sauna – das wäre zu schön, um wahr zu sein, auch diese wieder gangbar zu machen. Viele Pläne und Ideen. 

Und das Wichtigste: Wir fühlen uns super wohl und Zuhause, richtig angekommen. 

Hier ein paar Eindrücke in Form von Vorher-Nachher-Bildern. 

Neuer Terrassenboden
Kellerrenovierung
Gästeraum im Keller mit neuer Farbe und Tapete
Neue Tapete im Schlafzimmer
Eine neue Tapete im Schlafzimmer
Tischüberholung
Den Küchentisch haben wir generalüberholt
Wohnzimmertapete
Auch die dunkle Tapete im Wohnzimmer musste einer helleren weichen
TV-Schrank
Was ein bisschen Farbe ausmacht... Passend zum Sofa
Dorles Zimmer
Meine Lieblingsveränderung: Das dunkle Parkett an der Wand (??) war doch sehr drückend für ein Kinderzimmer
Schrank bei Dorle
...und passend dazu eine Veränderung des Schrankes in Dorles Zimmer
Nachbarschreck
Terrasse
Einmal saubermachen, neu ölen und neue Palettenmöbel für die andere Terrasse. Emma und Dorle sind begeistert

Berufliche Neuanfänge

Nach ein paar Monaten als „Studiehandledare“, also Tutorin für die deutschen Schüler hier vor Ort, kam die große Überraschung. Ich wurde gefragt, ob ich regulär als Lehrerin Deutsch und Englisch unterrichten will. Es hat mich sehr geehrt, gefragt zu werden und gleichzeitig auch Nervosität freigesetzt. Reicht mein Schwedisch? Ich bin doch gar keine „richtige“ Lehrerin. Diese Nervosität wurde über die Sommerferien auch nicht weniger, aber vor zwei Tagen ging es mit einer Einführungswoche los und nun bin ich gespannt. Ich habe Deutsch in den Klassen 6, 7, 8 und 9 und zwei 7. Klassen in Englisch. Eine Mentorin wurde mir auch an die Seite gestellt, die die gleichen Fächer unterrichtet und mit der ich eine feste Zeit wöchentlich habe. Da ich 80% arbeite, habe ich montags frei. Ein spannender Neuanfang, von dem ich hoffe, dass er positiv wird und ich da hereinwachsen kann. 

Diese neue Chance bedeutete auch, dass ich meinen zweiten Job im Kirchbüro in Bollebygd kündigen musste, was mir sehr schwer fiel, weil mir die Kollegen ans Herz gewachsen sind. Zum Abschied bekam ich diesen Apfelbaum und denke noch gerne an die Zeit zurück. 

Apfelbaum als Abschiedsgeschenk
Kategorien: Alltag in Schweden

1 Kommentar

Sylvia · 5. November 2023 um 15:00

Hallo ihr Lieben,
lange nicht gelesen und es ist einfach schön zu lesen, wie gut ihr angekommen seid und das es euch gefällt.
Von Paul und Veronika bekam ich aber auch diese Information. Paul ist ja nun wieder unser alter und neuer Kantor, da Anne Michael weiter für neue Aufgaben nach Hamburg gezogen ist.
Schade, der Dom in Meldorf ruft euch also nicht ?
Ganz liebe Grüße aus dem grauen Meldorf wünscht
Sylvia

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