Genau vor einem Jahr sind wir in Schweden angekommen. Alle unsere Sachen waren in einem 7,5-Tonner verstaut und wir waren unsicher, wie es werden würde. Fazit nach einem Jahr: Es war eine sehr gute Entscheidung.

Während ich das schreibe, sitze ich in unserem neuen, eigenen Haus und schaue auf einen See. Das ist DER Traum. Nein, es ist leider kein rotes Holzhaus, aber es ist trotzdem super. Schon im August haben wir es gekauft, konnten aber erst jetzt umziehen. Nach ein paar ersten Tagen merken wir schon, dass sich das Warten gelohnt hat.

Blick auf den See
Dieses Bild habe ich um 6 Uhr morgens aus dem Schlafzimmer aufgenommen.

Der Umzug. Oder: Es reicht langsam...

Wie oft sind wir überhaupt in den letzten Jahren umgezogen? Ich habe keine Ahnung. Eins steht allerdings fest: Wir wollen landen, ankommen, zur Ruhe kommen. Unser Eindruck ist, dass das hier sehr gut geht.

Zwischendurch habe ich Lust, ein großes Feuer anzuzünden und die Umzugskartons allesamt zu verbrennen.

Wie bei jedem Umzug „rödeln“ wir sehr viel und versuchen, alles so schnell es geht hinzubekommen, Ordnung zu schaffen.

Es ist Wahnsinn, wie viel Hilfe wir bekommen. Meine Eltern waren da und haben sich unermüdlich um die Kinder und die Packerei und Tragerei gekümmert. Ich musste so manches Mal mein schlechtes Gewissen beiseite schieben. Mein Opa hat immer auf ein Dankeschön geantwortet: „Da hab‘ ich schon ‘ne ganze Tasche von voll“ – und so fühlt es sich auch für mich an. Danke reicht irgendwie nicht aus für die ganze Hilfe, Unterstützung, Liebe und Begeisterungsfähigkeit. Ich weiß, dass es nicht schön ist, wenn die Kinder und Enkel so weit weg wohnen; merke aber, dass eine sehr große Akzeptanz für unsere Entscheidung gegeben ist, weil sie merken, dass wir glücklich sind und uns genau das wünschen.

Quatsch machen mit Opa
Eine schöne Zeit mit Oma und Opa

Dankbarkeit

Rund um den Umzug haben wir noch einmal gespürt, wie gut wir hier angekommen sind. Wie viele Bekannte und Freunde wir gefunden haben.

Dafür sind wir sehr dankbar, weil es alles andere als selbstverständlich ist und auch anders hätte kommen können.

Wir haben den Umzug mit Anhängern selbst gemacht und hatten viel Hilfe. Wir wurden bekocht, die Kinder hatten Betreuung und Tragehelfer waren auch dabei.

Es gab eine lustige Situation: Der eine Umzugshelfer kam am Ende des Tages zu mir, um sich zu verabschieden und hat sich bei mir bedankt. Ich war völlig perplex. Wir sind es doch, die sich bei ihm für die Hilfe bedanken und nicht umgekehrt? Es gibt aber ein tolles Gefühl, denn die Leute freuen sich, dass wir hier sind.

Dankbarkeit habe ich an Ostern ebenfalls gespürt, als Franz mit seinem neuen Chor im Gottesdienst gesungen und Orgel gespielt hat. Den Kindern geht es super, sie fühlen sich sehr wohl im Kindergarten. Die Sprache ist auf einem guten Weg, auch wenn wir noch nicht so ganz zufrieden sind. Uns ist aufgefallen, dass wir Schwedisch wegen der Nähe zu Deutsch damit auch vergleichen. Anders ist das z.B. bei mir mit Portugiesisch gewesen. Mit der eigenen Muttersprache zu vergleichen, ist natürlich immer schwierig. Es läuft aber sehr gut, zumindest wird uns das immer gesagt.

Chor an Ostern

Das Haus

Hier ein paar Eindrücke unseres Hauses. Das Wohnzimmer hat eine sehr schöne Fensterfront und einen Kamin, wir haben einen tollen, großen Garten und das Haus ist sehr schön instand gehalten. Dach, Heizung, Küche, Bäder… Alle teuren Dinge sind in Ordnung.

Unser Haus
Eingang
Blick aus dem Wohnzimmer
Der Blick aus dem Wohnzimmerfenster. Die Kirchturmspitze ist zu sehen. Ambjörnarp gehört auch zu Franz' Arbeitsbereich. Abendliche Orgelübsessions sind jetzt deutlich leichter!
Küche
Was für ein Traum von einer Küche. Super modern und hübsch. Als Kontrast haben wir eine alte, typisch schwedische Lampe aufgehängt.

Heute haben wir das erste Mal draußen Abendbrot gegessen. So langsam werden es weniger Kartons.

Das erste Abendbrot draußen

Ostern in Schweden

In Schweden wird Ostern ziemlich ähnlich gefeiert. Es wird eher mit Federn statt mit Eiern geschmückt. Es gibt auch einen niedlichen Brauch, bei dem sich Kinder als Osterhexen verkleiden, die am Gründonnerstag auf einem Besen zum Berg Blåkulla fliegen. Sie gehen manchmal verkleidet durch die Straßen und bekommen Süßigkeiten geschenkt. Im Kindergarten wurde sich auch verkleidet. In der Schule war „Schlafanzug-Tag“, da haben auch die Lehrer mitgemacht. Zum Glück nicht alle, sonst wäre ich ziemlich aufgefallen, da ich davon nichts wusste.

Osteressen
Eine Einladung zu einem köstlichen schwedischen Osteressen.
Dorles Spezialmenü
Dorle hat ein eigenes Spezialmenü bekommen.
Eiersuche
Eine kleine Ostereiersuche durfte natürlich nicht fehlen.
Torte bei Einladung
Nachspeise beim Osteressen

Letztes Jahr an Ostern sind wir nach Schweden ausgewandert, vor 4 Jahren nach Heide, dieses Jahr ins eigene Haus. Irgendwie sind es zu viele Osterfeste zwischen Kartons gewesen. Wir haben zwar versucht, trotzdem ein paar Traditionen zu pflegen, aber nächstes Jahr kommt zu Ostern kein Umzugskarton ins Haus, so viel steht fest!

Osterspaziergang
Osterspaziergang 2
Kategorien: Alltag in Schweden

3 Kommentare

Jens · 21. April 2023 um 01:57

Hey ihr Lieben, wir freuen uns ganz dolle für euch, dass ihr euch offensichtlich so wohl fühlt und die Entscheidung nicht bereut. Es wird Zeit, dass wir euch mal wieder persönlich drücken können!

    Steffi Spenn · 2. Mai 2023 um 19:52

    Jaaa, das stimmt, das tun wir wirklich nicht und sind dafür sehr dankbar!
    Da sagst du was, wann kommt ihr denn mal? 😉

Udo Lange · 11. Juni 2023 um 22:46

Ihr Lieben,
mein Gott, ist das alles schon 1 Jahr her? Mir kommt es wie Ewigkeiten vor, dass Ihr nach Schweden gegangen seid. Ich gratuliere Euch von Herzen, dass Ihr jetzt endlich in Euer neues Heim eingezogen seid und zur Ruhe und „ankommen“ könnt.
Hier ist alles beim Alten: keine Kirche, keine Orgel, kein Chor.
Sind mittlerweile auch jüngere Menschen im Chor hinzu gekommen? Das würde mich sehr freuen.
Habt Ihr schon eine Idee wann Ihr mal wieder nach hier kommt? Mich würde es jedenfalls riesig freuen Euch sprechen zu können !!!

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